TU Darmstadt und Heidelberg verlängern gemeinsame Forschungsplattform um weitere zwei Jahre
17.08.2010
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Funktionales Drucken: neue Print-Applikationen für
innovative Druckprodukte umgesetzt
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Druckanwendungen für die gedruckte Elektronik von
morgen
Das Institut für Druckmaschinen und Druckverfahren (IDD) an
der Technischen Universität Darmstadt und die Heidelberger
Druckmaschinen AG (Heidelberg) verlängern ihre gemeinsame
Forschungsplattform bis 2012. Seit 2007 arbeiten die beiden Partner
an dem Entwicklungsprojekt zum Thema "Funktionales Drucken".
Primäres Ziel ist die Entwicklung neuer Anwendungen für
die Printmedien-Industrie. Es sollen neue Veredelungstechnologien
entwickelt werden, mit denen sich Druckereien und vor allem auch
die Verpackungsdrucker stärker differenzieren können.
Dabei sind mit "funktional" generell Eigenschaften gemeint, die das
Printmedium aufwerten, wie etwa neue, dekorative und visuelle, als
auch elektrisch beziehungsweise elektronisch funktionale Merkmale.
Die ersten drei Jahre der Zusammenarbeit wurden erfolgreich mit
Vorentwicklungen zu neuen dekorativen Elementen und einfachen
Anzeige-Elementen abgeschlossen, den sogenannten Demonstratoren.
Beispiele dafür sind Anzeigeelemente basierend auf
Elektrolumineszenz oder thermochromen Farben, die für
Spezialeffekte auf Verpackungen anwendbar sind. So wurde
beispielsweise ein Displayaufsteller mit Lichteffekten für den
Einsatz am Point of Sales entwickelt. "Unsere Motivation beruht
darauf, ein Gespür für das, was der Markt von morgen
braucht, zu entwickeln und dies durch Machbarkeitsstudien zu
untersuchen", erklärt Manfred Jurkewitz, Leiter Forschung und
Entwicklung bei Heidelberg.
Die momentanen Forschungsarbeiten widmen sich der weiteren
Umsetzung von Anwendungen für die Printmedien-Industrie. Erste
Beispiele sind erfolgsversprechend, wie etwa neuartige
Möglichkeiten der "Veredelung" durch neue Lackeffekte mit
Strukturlack oder optische Spezialeffekte im 3D-Bereich. "Wir
wollen weitere visuelle Effekte und Anwendungen im Spannungsfeld
zwischen Printapplikationen von heute und den Druckapplikationen
der organischen Elektronik von morgen entwickeln", beschreibt
Professor Dr. Edgar Dörsam, Leiter des IDD, die gemeinsame
Forschungsarbeit.
Heidelberg stellt für das Kooperationsprojekt die
entsprechende Drucktechnologie bereit - eine Rollendruckmaschine
Gallus RCS 330-HD. Die Druckmaschine ist für
Entwicklungszwecke zugeschnitten und entsprechend konfiguriert. Sie
verfügt über vier Druckstationen und vier Druckverfahren
- Flexo-, Sieb-, Offset- und Tiefdruck. Die Druckwerke der
einzelnen Verfahren sind separate Module, die in jeder Position der
Druckstationen betrieben werden können. Die
Verfahrensreihenfolge ist also frei konfigurierbar und ist damit
bei neuen Anwendungen einer Vielzahl von Erfordernissen
anpassungsfähig. Zwischen den einzelnen Druckstationen ist
Platz für weiteres Equipment, wie Trockner oder spezielle
Messtechnik. "Die Anwendungen, die wir auf dieser modularen
Plattform entwickeln, werden dann in den Bereich der
Bogendruckmaschinen von Heidelberg transferiert, damit auch unsere
Speedmaster-Kunden davon profitieren können",
erklärt Dr. Martin Schmitt-Lewen, Projektleiter bei
Heidelberg für das Kooperationsprojekt mit dem IDD.
Anwendungen außerhalb der Printmedien-Landschaft
Weitere Anwendungen sind außerhalb des
Printmedienbereichs möglich. Das betrifft insbesondere das
aufstrebende Gebiet der organischen Elektronik. Hier sind die
Felder für Anwendungen noch deutlich breiter und
vielfältiger. Beispiele sind organische Fotovoltaik,
OLED-Systeme (organic light emitting diode) für Displays und
für Beleuchtungszwecke, weiterhin Sensorik-Anwendungen und
solche, die elektrische/elektronische Schaltungen etwa mit
Transistoren betreffen.
Diese Themen werden von Heidelberg in einem weiteren
Forschungsprojekt ebenfalls zusammen mit dem IDD als Partner
bearbeitet. Dahinter steht ein größerer
Forschungsverbund, der vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) öffentlich gefördert wird. Die Rolle von
Heidelberg in Kooperation mit dem IDD ist dabei
anwendungsübergreifend als Querschnittsaufgabe definiert und
umfasst unter anderem die Entwicklung von (Druck-)Verfahren
für dünne Schichten. Damit wird das "Funktionale Drucken"
noch breiter entwickelt und kann so später auch neue
Anwendungsfelder außerhalb der Printmedienwelt
erschließen.
Diese Aktivität, die auf neue Verfahren zur Herstellung
von organischer Elektronik zielt, ist dabei ein wichtiges
Teilprojekt innerhalb des Spitzencluster "Forum Organic
Electronics". Dieser ist ein Kooperationsnetzwerk aus drei
DAX-Unternehmen, acht internationalen Großunternehmen,
fünf mittelständischen Unternehmen sowie elf
Forschungseinrichtungen und Hochschulen, darunter zwei
Eliteuniversitäten. Zielsetzungen des Spitzenclusters sind die
Schaffung des weltweit führenden Forschungs-, Entwicklungs-
und Produktionsstandortes für Organische Elektronik, eines der
attraktivsten Standorte für Spitzen- und Nachwuchskräfte
sowie des weltweit führenden Innovationszentrums für
Wissenstransfer und Unternehmensgründungen. Die 27
Unternehmen, Hochschulen und Forschungsein-richtungen arbeiten
gemeinsam an den vom BMBF mit 40 Millionen Euro geförderten
Forschungsprojekten im Bereich der Zukunftstechnologie Organische
Elektronik.
Bild 1:
Die gemeinsame Forschungsplattform zwischen der Technischen
Universität Darmstadt und der Heidelberger Druckmaschinen AG
entwickelt beispielsweise gedruckte Leuchtelemente, wie diesen
Demonstrator mit dem IDD-Logo.
Bild 2:
Vorentwicklungen für neue dekorative Effekte für
hochveredelte Druckprodukte sind weitere Beispiele der
Zusammenarbeit zwischen der TU Darmstadt und Heidelberg.
Für weitere Informationen:
Heidelberger Druckmaschinen AG
Corporate Public Relations
Hilde Weisser
Tel.: 06221 92 5066
Fax: 06221 92 5069
E-Mail:
hilde.weisser@heidelberg.com
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